Beckenbodentraining

Der Beckenboden stellt unsere tragende Mitte dar, hat eine enorme Bedeutung für viele Bereiche unseres Lebens und darf somit als wichtiger Teil unserer Gesundheit nicht in Vergessenheit geraten. Äußerst unscheinbar deckt er aus einem Netz von Muskelfasern die ganze Öffnung ab, die das knöcherne Becken nach unten offen lässt. Unseren Beckenboden nehmen wir leider meist erst dann wahr, wenn er uns Probleme verursacht. Dabei wird er rasch in Verbindung mit Inkontinenz oder Organsenkungen in Verbindung gebracht. Die Zeichen für einen schwachen Beckenboden können jedoch auch beispielsweise Dysfunktionsstörungen oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sein. Die Faszination und die vielen positiven Zusammenhänge dieses besonderen Muskels bleiben dabei leider häufig im Hintergrund. Der Beckenboden hat jedoch eine ganz wesentliche Bedeutung für die ganzheitlichen Funktionen unseres Mensch-Seins.

Die wichtigsten Aufgaben des Beckenbodens sind: Wach sein sowie Reflektorisch Gegenhalten & Loslassen. Als ein wacher Beckenboden wird jener bezeichnet, der dank verschiedenster Übungen eine gute Grundspannung beziehungsweise einen guten Grundtonus hat, um sich im richtigen Moment von sich aus anzuspannen. Durch das reflektorische Gegenhalten werden die Organe getragen und sie somit vor einer Verlagerung nach unten (Senkung) bewahrt. Für unser Wohlbefinden ist das kraftvolle Stützen, Tragen und Verschließen ebenso wichtig wie das Sich Öffnen und Loslassen (Ausscheidungsorgane, Geschlechtsverkehr, Geburt). Weitere nennenswerte Funktionen, auf die der Beckenboden einen bedeutenden Einfluss hat, sind die Atmung, die Haltung, die Beeinflussung der Psyche sowie die sexuelle Reaktionsfähigkeit.

Ein gut wahrnehmbarer und kräftiger Beckenboden steht in einem engen Zusammenhang mit einer erfüllten Sexualität. Im Allgemeinen trägt ein Beckenbodentraining zur Steigerung der gesamten Körperwahrnehmung und des Selbstwertgefühls bei. Zudem ist es wesentlich in diesem Zusammenhang die Tabuthemen wie beispielsweise Inkontinenz oder Scheidentrockenheit ganz offen zu thematisieren. Neben einem langfristigen Beckenbodentraining ist es jedoch auch bedeutend auf die Ernährung, genügend körperliche Bewegung und eine gute Balance zwischen Körper-Geist-Seele zu achten.  Ein Beckenbodentraining wird heutzutage bereits von vielen Ärzten und Fachpersonen als Präventions- und Genesungsmaßnahme empfohlen!

In den Beckenbodenkursen (fünfwöchige oder siebenwöchige Kursdauer), die sowohl präventiv als auch bei bereits vorhandenen Beschwerden sehr sinnvoll sind, beschäftigen wir uns mit der Wahrnehmung, der Kräftigung sowie der Entspannung unseres Beckenbodens. Dabei lernen Sie ihren Beckenboden kennen, erhalten wertvolle theoretische Informationen sowie beckenbodenfreundliche Alltagstipps. Die Einheiten bestehen aus speziellen Übungen zur Wahrnehmung, Mobilisation, Kräftigung und Entspannung. Ziel des Kurses ist die Zufriedenheit mit der Funktionsweise ihres Beckenbodens – die Erhaltung oder die Verbesserung eines funktionstüchtigen Beckenbodens.